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Ernährungs-Archetypen

27. August 2025

Podcast 90 | Welcher Ernährungs-Archetyp bist du? – Teil 2

Welcher Ernährungs-Archetyp bist du? – Teil 2

Heute geht es weiter mit dem spannenden Thema der Ernährungsarchetypen! Letzte Woche sprachen wir zuerst über das Konzept der Archetypen allgemein und dann spezifisch im Ernährungskontext. Die ersten drei Archetypen konntest du so schon kennenlernen. Falls du´s verpasst hast, hör dir Folge 89 unbedingt an! Weiter geht es in der heutigen Folge mit dem „inneren Kind“, dem „Pfleger, Kümmerer“/der „Pflegerin, Kümmerin“, dem/der „Schwankenden“ und dem „gleichgültigem Esser“/der „gleichgültigen Esserin“. Was können dir die Archetypen über dein Essverhalten sagen und kannst du dich einem oder mehreren zuordnen? Hör rein und erkenne dich (und andere) wieder!







 4.) Das „innere Kind“

 

Beim inneren Kind, oder auch emotionalem Esser/emotionaler Esserin, spielen die Launen und Gefühle eine sehr große Rolle. Essen nimmt hier die Rolle des Emotionsregulierens ein. Ob man traurig oder wütend, fröhlich oder überdreht ist, man steuert seine Emotionen übers Essen. Das kann auch bedeutet, dass man Essen vor allem bei bestimmten Emotionen braucht, also z.B. immer, wenn man traurig ist. Ist man happy, spielt Essen keine so große Rolle. Oder umgekehrt. Da Essen für uns alle bis zu einem gewissen Grad emotionsregulierend wirkt, wird es erst dann problematisch, wenn man Essen zur einzigen Möglichkeit wird, mit seinen Emotionen umzugehen. Oder wenn man eben sehr stark merkt, dass gewisse Emotionen immer mit übersteigertem Essverhalten verbunden sind, egal, wie sehr man sich bemüht, bewusst andere Entscheidungen zu treffen.

 

5.) Der „Pfleger, Kümmerer“/die „Pflegerin, Kümmerin“

 

Ohne diesen Archetyp würde es die menschliche Spezies wahrscheinlich nicht geben. Denn wir alle brauchen vor allem in den ersten Lebensjahren eine sich kümmernde Person, um zu überleben. Bei diesem Archetyp handelt es sich also um jemanden, der sich hauptsächlich um andere kümmert, für andere kocht und einkauft und ans Wohl der anderen denkt – meist auf Kosten des eigenen Wohls. Und hier liegt auch schon die „Falle“ beim kümmernden Archetyp, in die oft Frauen und Mütter häufig tappen, wenn die Bedürfnisse aller anderen vor ihren eigen gestellt werden (dass dies kulturell und gesellschaftlich auch so gewollt und konditioniert ist, ist ein wichtiges Thema, kann hier jedoch nur angedeutet werden. Zeigt jedoch, dass Archetypen nie in einem Vakuum existieren und die Identifikation mit ihnen zwar individuell, aber immer in einem gesellschaftlichen Kontext entsteht).

Die positiven Aspekte dieses Archetyps sind – neben der Überlebenssicherung der gesamten Spezies – das Füreinander-Sorgen. Ganz konkret kann es bedeutet, dass man gerne für andere kocht und sie bewirtet. Dass man sich gerne darüber Gedanken macht, wie man anderen eine kulinarische Freude machen oder sie mit Essen aufmuntern kann etc.

 

6.) Der „schwankende Esser“/die „schwankende Esserin“

 

Bei diesem Archetyp spielt oft das Alles-oder-Nichts-Prinzip eine große Rolle. Das können Menschen sein, die sich immer wieder viel vornehmen, wenn es um ihr Essverhalten geht, nur um dann nach einer gewissen Zeit alles wieder über Bord zu werfen und zum Gegenteil übergehen. Wenn man sich hier erkennt, lohnt es sich zu prüfen, ob man vielleicht entgegen eines Archetyps lebt, der eigentlich stimmiger wäre. Ist man zum Beispiel Genießer, unterdrückt diese Neigung jedoch (vielleicht weil Selbstoptimierung gerade Trend ist etc.), kann es zu einem solchen schwankenden Verhalten kommen.

 

7.) Der „gleichgültige Esser“/die „gleichgültige Esserin“

 

Beim „Gleichgültigen-Archetyp“ handelt es sich um Menschen, denen es wirklich egal ist, was sie essen. Essen erfüllt den Zweck der Nahrungsaufnahme. Punkt. Oft wird nebenbei gegessen, meist eher ungesund und unbewusst, und man schenkt den anderen Aspekten des Essens nicht viel Beachtung. Was man isst, wie man isst, mit wem man isst, wie es angerichtet ist…all diese Dinge werden ausgeblendet. Es herrscht eine gewisse emotionale Distanz zum Thema Essen und Ernährung. War der Fokus zu lange und auf ungesunde Weise aufs Essen ausgerichtet, kann es sein, dass die Gleichgültigkeit eine Art Schutz und ein wichtiger Schritt in Richtung Ernährungsfreiheit ist. Erkennt man sich selbst bei diesem Archetyp wieder, könnte man sich fragen, woher dieses Desinteresse stammt. Ist es wirklich so oder hat es einmal einen Zweck erfüllt, den es jetzt gar nicht mehr erfüllen muss?

 

 

Die Ernährungsarchetypen sind also ein spannendes und weites Feld und eine mögliche Herangehensweise, um Essverhalten und seine Transformation besser zu verstehen. Vielleicht hast du dich ja in dem ein oder anderen Archetyp wiedererkannt oder kannst nun auch Menschen in deinem Umfeld und ihr Essverhalten ein bisschen besser verstehen.

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Die nächsten vier Ernährungsarchetypen

Letzte Woche haben wir dir die ersten drei von insgesamt sieben Ernährungsarchetypen vorgestellt (siehe Podcastfolge 89 „Welcher Ernährungs-Archetyp bist du? – Teil 1“). Heute geht es weiter mit Nummer 4 bis 7:










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