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Ernährungs-Archetypen

20. August 2025

Podcast 89 | Welcher Ernährungs-Archetyp bist du? – Teil 1

Welcher Ernährungs-Archetyp bist du? – Teil 1

In der heutigen Folge stellen wir dir die Ernährungsarchetypen vor. Anhand von C.G. Jungs Archetypenlehre können auch in der Ernährung verschiedene Archetypen festgestellt werden. Dieses Konzept kann dir nicht nur dabei helfen, dein eigenes Essverhalten besser zu verstehen und bisher unbewusste Muster zu erkennen, sondern zeigt vor allem auch sehr gut, welche Bedürfnisse sich dahinter verbergen. In diesem ersten Teil stellen wir dir drei von insgesamt sieben Archetypen vor: den „Genießer“/die „Genießerin“, den „Rebell“/die „Rebellin“ und den „Perfektionisten“/die „Perfektionistin“ vor. Hör rein und erkenne dich (und andere) wieder!






Was haben Archetypen mit Ernährung zu tun?
 

Das Konzept der Ernährungsarchetypen ist kein wissenschaftlich fundiertes, sondern hat sich im Laufe der Zeit herausgebildet. Die Idee dahinter ist, dass man die Archetypenlehre auch auf das Essverhalten von Menschen und ihre Ernährungsgewohnheiten übertragen kann.

Dieses Konzept kann dir nicht nur dabei helfen, dein eigenes Essverhalten besser zu verstehen und bisher unbewusste Muster zu erkennen, sondern zeigt vor allem auch sehr gut, welche Bedürfnisse sich dahinter verbergen. Es kann zum Beispiel helfen, zu verstehen, warum du auf eine gewisse Weise isst, obwohl du bewusst eigentlich etwas anderes willst. Die Frage ist also, welche unbewussten Muster dein Essverhalten steuern. Das ist nicht nur spannend, sondern kann eben auch sehr hilfreich sein, wenn man etwas in seinem Essverhalten verändern möchte.

 

Die ersten drei Ernährungsarchetypen
 

Es existieren zahlreiche, leicht voneinander abweichende Namen und Archetypen zu dem Thema. Wie so vieles, handelt es sich bei den Ernährungsarchetypen um eine Art Spektrum. Sie können sich überschneiden und wir sind nie nur ein Archetyp, sondern vereinen immer Teile von mehreren in uns. Wir haben die wichtigsten 7 für dich herauskristallisiert. In diesem ersten Teil über die Ernährungsarchetypen stellen wir dir drei davon vor (die restlichen vier erfährst du im Podcast/Blog von nächster Woche).

 

1.) Der „Genießer“/die „Genießerin“

 

Dieser Archetyp wird oft auch als „Hedonist“/“Hedonistin“ bezeichnet. Hier steht der Genuss an erster Stelle und Essen dient hauptsächlich der Genussbefriedigung. Man liebt Essen und überlegt sich vielleicht schon während man isst, was man bei der nächsten Mahlzeit zu sich nehmen möchte. Eine Unterkategorie des Genießers/der Genießerin ist der Abenteurer/die Abenteurerin, bei denen hinzukommt, dass sie es auch genießen, Neues auszuprobieren. Sei es auf Reisen oder neue Restaurants, Rezepte, Zutaten etc. Doch der Genießer-Archetyp kann zugleich auch jemand sein, der immer bei ähnlichen Speisen bleibt, weil er die eben am meisten genießt. Aber Essen muss für diesen Archetypen unbedingt Genuss beinhalten.

Während es dieser Archetyp in der heutigen Gesellschaft mit all ihren Gesundheits- und Verzichttrends recht schwer hat, liegt er dennoch uns allen schon rein evolutionsbiologisch quasi im Blut. Denn wir alle bevorzugen genussvolle Speisen (nicht genießbare waren potenziell gefährlich) und Süßes. Unsere Sinne sind auf Genuss ausgerichtet und es gibt ein vielfältiges Angebot der Natur, wenn es um Speisen und Geschmäcker geht.

Eine „Gefahr“ bei dem Genießer-Archetyp könnte jedoch sein, dass man sich oft überisst, weil man eben nicht nur aus Hunger, sondern aus Genuss isst.

 

2.) Der „Rebell“/die „Rebellin“

 

Beim Rebellen-Archetyp geht es darum, sich gegen aufgestellte Regeln zu wehren. Das heißt, mit dem Essverhalten wird gegen Regeln verstoßen. Das können sowohl alte Essensregeln sein, die sich schon während der Kindheit herausgebildet haben als auch alle gängigen Ernährungstrends und -vorschriften. Hauptsache, man macht es anders als erwartet und fügt sich nicht. Während der Beweggrund hier oft ein Freiheitsbedürfnis ist, könnte man genauer prüfen, ob das Verhalten auch wirklich frei macht. Denn wenn man immer gegen etwas rebelliert, ist man im Grunde auch davon abhängig. Eine „Gefahr“ bei diesem Archetypen ist daher auch, dass man aus Prinzip schon mal alle Regeln über Bord wirft, und sich gar nicht eingesteht, dass einem manche dieser Regeln auch dienlich sein könnten.

 

3.) Der „Perfektionist“/die „Perfektionistin“

 

Dieser Archetyp wird oft in unserem Podcast besprochen. Denn er ist der momentan in unserer Gesellschaft vorherrschende und wird sogar oft als der einzig erstrebenswerte angesehen. Oft auch als kontrollierend, gesundheitsfanatisch bis hin zu orthorektisch bezeichnet, beschäftigt sich dieser Archetyp mit der „perfekten“ Ernährung. Was ist am gesündesten? Was soll/darf/kann man essen, um sich selbst zu optimieren? Kontrolle und das Streben nach Perfektion stehen hier im Vordergrund.

Während ein gesunder Lebensstil prinzipiell etwas Gutes ist, braucht es hier schon eine gute Differenzierungsfähigkeit, um nicht Gefahr zu laufen, zu viel Kontrolle und Druck (auf sich selbst) auszuüben, vor allem wenn suggeriert wird, dass man sich quasi so verhalten muss, wenn man das Ziel der Selbstoptimiertheit erreichen möchte. Die positiven Aspekte dieses Archetyps sind jedoch, dass man sich bewusst mit seiner Gesundheit und Ernährung auseinandersetzt und informiert sein möchte.

 

 

 

 

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Was sind Archetypen?

Archetypen sind universelle Muster bzw. Bilder im kollektiven Unbewussten. Während schon Plato von solchen Urformen sprach, hat vor allem C.G. Jung den Begriff der Archetypen im letzten Jahrhundert geprägt.
Es handelt sich dabei um Strukturen, Muster, Bilder, die in der kollektiven Psyche vorhanden sind. Bekannte Archetypen wären zum Beispiel, Mutter und Vater, Königin und König sowie Prinzessin und Prinz. Sie kommen in der ein oder anderen Form in vielen Mythen, Märchen und Geschichten vor. In anderen Kulturen sind sie vielleicht anders benannt, das Prinzip bleibt jedoch dasselbe.










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