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Entspanntes Essen, Ernährungsfreiheit, Glaubenssätze

13. August 2025

Podcast 88 | Spar dir den Kommentar!

Spar dir den Kommentar!

Beinahe nichts wird so stark und auf so vielfältige Weise kommentiert, wie unser Körper und unser Essverhalten – oft auch in Kombination miteinander. Wir gehen heute der Frage nach, warum das so ist und warum es sich lohnen würde, das zu verändern. Denn so sehr es auch verbreitet und allgegenwärtig ist, so sehr ist es auch nervig, entbehrlich, störend, verletzend etc. bis hin zu gefährlich. Denn es beeinträchtigt uns, unser Essverhalten, unsere Beziehung zum Essen und zu unserem Körper, unsere Beziehungen untereinander, unser Sozialverhalten etc. Es wirkt negativ im Moment des Kommentars selbst und häufig auch auf lange Sicht. Wir sprechen darüber, wie wichtig es sich, sich dessen bewusst zu werden und bei sich selbst anzufangen. Wie sprichst du mit dir selbst? Wie häufig kommentierst und kritisierst du dich selbst? Welche Arten von Kommentaren gibt es? Und was kannst du tun, um weder selbst in die Falle des Kommentierens zu tappen noch dich durch Kommentare verletzen zu lassen? Hör rein und lass das Kommentieren hinter dir!






Schnell kommentiert, nie vergessen

 

Während ein Kommentar oft schnell und unbewusst (ja, die bewusst verletzenden gibt es natürlich auch!) hingeworfen wird, können seine Auswirkungen enorm sein. Noch im Moment des Kommentars verkrampf man sich als Rezipient meist unweigerlich. Falls kommentiert wird, während man isst, hat das sofortige negative Auswirkungen auf Stoffwechsel und Verdauung. Unser Körper geht in den Stressmodus. Uns ist vielleicht zum Heulen zumute, wir müssen aber sitzenbleiben und nett lächeln. Die Körperchemie innerlich verändert sich aber und alles in uns ist auf Stress eingestellt.

Langfristig trifft uns der Kommentar vielleicht so sehr, dass wir auch unser Essverhalten verändern. Wir essen vielleicht gewisse Sachen nicht mehr oder nur heimlich. Oder wir essen vor/mit gewissen Personen nicht mehr oder fühlen uns nicht mehr sicher in deren Gegenwart. Oft auch meiden wir dann gewisse soziale Interaktionen oder Das Essen gehen mit gewissen Menschen etc. Im Extremfall und vor allem, wenn schon gewisse Sensibilitäten und Erfahrungen vorliegen, können solche Kommentare uns wirklich in ein gestörtes Essverhalten rutschen lassen.

 

 

Bewusstsein hilft

 

Dagegen hilft, sich bewusst zu machen, was hier eigentlich passiert. Die meisten Menschen haben – zumindest in der westlichen Welt – eine sehr komplexe, oft verwirrte Beziehung zum Essen und dem eigenen Körper. Das wird häufig projiziert und eben dann bei anderen ständig kommentiert. Verstärkt wird dies durch die Kultur, in der wir leben, und in der das beinahe schon „zum guten Ton“ zu gehören scheint. Das heißt, fast jeder macht es und ist zugleich selbst betroffen. Wir beobachten uns selbst und andere also ständig, wenn es ums Essen geht und sind als Konsequenz davon kollektiv ziemlich unfrei. Wir leben in einer Art Kultur des Vergleichens und Bewertens und es ist nicht leicht, sich davon zu befreien.

 
Das ständige Kommentieren im eigenen Kopf

 

Denn dieses Verhalten ist so stark implementiert, dass wir meist selbst unsere größten und gemeinsten Kritiker sind. Man kann also auch bei sich selbst beginnen und ganz genau hinhören, wie man mit sich selbst redet, vor allem wenn es ums Essen und den eigenen Körper geht. Wie viele Regeln etc. haben wir ständig im Kopf? Woran messen wir uns eigentlich die ganze Zeit? Dient uns das? Und wie sehr kommentiert man dann auch andere, obwohl man vielleicht selbst auch unter den Kommentaren leidet?

Hier hilft Bewusstseinsarbeit, auch wenn es länger dauert, um diese angelernten Muster zu durchbrechen.

Und falls mal wieder ein unangebrachter Kommentar kommt, kann man sich auch schon im Vorfeld überlegen, wie man denn eigentlich gerne reagieren möchte. Schlagfertig, ruhig, smart…was immer es auch ist, wenn wir alle damit beginnen, diese Dinge anzusprechen, statt still darunter zu leiden, kann sich vielleicht auch kollektiv etwas zum besseren verändern. Vielleicht kann man sich dann sogar eine Welt vorstellen, wo zumindest diese Art von Kommentaren nicht mehr fallen und wir uns alle freier und besser in unserer Haut und mit unseren Essensentscheidungen fühlen!

 

 

 

 

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Essverhalten wird ständig kommentiert

Beinahe nichts wird so stark und auf so vielfältige Weise kommentiert, wie unser Körper und unser Essverhalten – oft auch in Kombination miteinander. Vom österreichischen „Guat schaust aus!“ bis hin zu konkreteren Kommentaren wie „Was, das willst du auch noch essen?!“ oder „Jetzt hast du schon wieder Hunger!“ ist alles mit dabei. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass uns vieler dieser Kommentare gar nicht mehr auffallen. Oder sie fallen uns zwar auf, aber wir haben in gewisser Weise resigniert und glauben, man muss das einfach hinnehmen. Ob in der Büroküche, beim Familientisch, bei Zusammentreffen jeglicher Art…immer wird es solche Kommentare geben. Die Kommentare gehen dabei in jede Richtung – zu dünn, zu dick, zu hungrig, nicht hungrig genug etc. und sind in den allermeisten Fällen verletzend und unnötig.









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