top of page

Kinder und Essen, Interview, Intuitive Ernährung, Ernährung für Kinder

06. August 2025

Podcast 87 | Vertraue deinem Kind – Kinderdiätologin Julia im Interview – Teil 2

Vertraue deinem Kind – Kinderdiätologin Julia im Interview – Teil 2

Heute geht es weiter mit Teil 2 des Interviews mit Julia Vorsic. Sie ist Diätologin und auf Kinderernährung, intuitives Essen und Prävention von Essstörungen spezialisiert. Gemeinsam mit ihr gehen wir der Frage nach, was beim Thema Ernährung und Kinder relevant ist, was man unbedingt vermeiden und was man versuchen kann, um den Kindern ihren angeborenen, intuitiven Zugang nicht zu zerstören. Wir sprechen viel über den sogenannten „Ernährungskompass“, oft auch Bauchgefühl oder Körperweisheit genannt, und warum er so oft aus dem Gleichgewicht kommt. Natürlich geht es auch darum, was man tun kann – für sich und seine Kinder –, damit man wieder zu einem freieren, ungezwungenem Essverhalten finden kann. Neben umfassenden Konzepten gibt Julia auch viele praktische Tipps, wie man den Ernährungsalltag für sich und seine Kinder (wieder) harmonisch und entspannter gestalten kann. Hier geht es zu Julias Website: https://www.essen-trinken-leben.at/ und hier noch Julias Buchempfehlung: „Dein Kind isst besser, als du denkst!“ von Katharina Fantl und Julia Litschko.
Hör rein in den zweiten Teil dieses spannenden Interviews!






Verteilung der Verantwortung

 

Beim Thema Ernährung und Kinder gibt es unzählige Fragen und Unsicherheiten. Das Klarmachen, welche Verantwortung bei den Eltern liegt und welche beim Kind, kann enorm hilfreich sein, um im Alltag freier mit dem Thema umzugehen.

 

Die Erwachsenen sind verantwortlich für:

 

·      Einkaufen und Bereitstellung der Lebensmittel und Speisen

·      Variation und Qualität der Lebensmittel und Speisen

·      Schaffen einer gewissen Struktur (z.B. gemeinsame Essenszeiten am Tisch)

 

Die Kinder haben freie Wahl:

 

·      was sie von den Speisen auswählen

·      wie viel sie davon essen

·      wie sie essen

 

Hier sieht man wiederum, dass Vertrauen bei diesem Ansatz das Um und Auf und somit wahrscheinlich die größte Herausforderung für die Eltern ist. Denn in vielen Punkten widerspricht das der gängigen Auffassung, dass zu den Aufgaben von Eltern das Kontrollieren des Essverhaltens der Kinder gehört. Hier kann es, vor allem wenn schon Probleme vorliegen, sehr ratsam sein, sich Hilfe zu holen, um diesen Ansatz auch gut umsetzen zu können.

 

Praktische Tipps für den Familientisch

 

·      Wenn möglich, alle Speisen zugleich auf den Tisch stellen und das Kind aussuchen lassen

·      Keinerlei Kommentare zum Essverhalten (inklusive Blicke oder sonstigen Fokus aufs Essen)

·      Einen freien, ungezwungene Zugang zum Essen vorleben

·      Dem Kind Vertrauen vermitteln

 

 

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Tipps und Ansätze, spezifische Situationen, die man besprechen könnte, etc. Aber nachdem die hier erwähnten Strategien für viele wahrscheinlich zunächst sehr neu sind, lohnt es sich, einmal damit zu experimentieren und zu versuchen, sie auch im Alltag zu leben.

 

 

 

Buchempfehlung: „Dein Kind isst besser, als du denkst!“ von Katharina Fantl und Julia Litschko

 

Julias Website: https://www.essen-trinken-leben.at/

 

 

 

podcast.png

Die Lösung liegt oft nicht dort, wo man denkt

Schon im ersten Teil des Interviews hat Julia darauf hingewiesen, dass das weit verbreitete Verständnis davon, wie man mit Kindern zum Thema Ernährung umgeht, oft nicht zielführend, ja manchmal sogar kontraproduktiv, ist. Ganz oft werden beispielsweise immer noch starke Reglementierungen vorgegeben und der Fokus auf das Gewicht und Essverhalten des Kindes gelegt. Vor allem, wenn schon Probleme und auffällige Verhaltensweisen vorliegen. Doch während dies die Problematik oft noch verstärken kann, gibt es auch andere, intuitivere Zugänge, um seinem Kind (und sich selbst, der Familie etc.) wieder ein ungezwungenes Essverhalten zu ermöglichen. Den Fokus vom Essen und Gewicht wegzulenken, ist dabei ein wichtiger Schritt. Ganz praktisch kann es dabei helfen, sich klar zu machen, dass man als Erwachsene oft die Verteilung der Verantwortlichkeiten in dem Bereich neu denken muss.








Kommentare

Deine Meinung teilenJetzt den ersten Kommentar verfassen.
bottom of page