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Kinder und Essen, Interview, Intuitive Ernährung, Ernährung für Kinder

30. Juli 2025

Podcast 86 | Vertraue deinem Kind – Kinderdiätologin Julia im Interview – Teil 1

Vertraue deinem Kind – Kinderdiätologin Julia im Interview – Teil 1

Heute gibt es den ersten Teil eines ganz besonderen Interviews mit Julia Vorsic. Sie ist Diätologin und auf Kinderernährung, intuitives Essen und Prävention von Essstörungen spezialisiert. Gemeinsam mit ihr gehen wir der Frage nach, was beim Thema Ernährung und Kinder relevant ist, was man unbedingt vermeiden und was man versuchen kann, um den Kindern ihren angeborenen, intuitiven Zugang nicht zu zerstören. Wir sprechen viel über den sogenannten „Ernährungskompass“, oft auch Bauchgefühl oder Körperweisheit genannt, und warum er so häufig aus dem Gleichgewicht kommt. Natürlich geht es auch darum, was man tun kann – für sich und seine Kinder –, damit man wieder zu einem freieren, ungezwungenem Essverhalten finden kann. Neben umfassenden Konzepten gibt Julia auch viele praktische Tipps, wie man den Ernährungsalltag für sich und seine Kinder (wieder) harmonisch und entspannter gestalten kann. Hier geht es zu Julias Website: https://www.essen-trinken-leben.at/ und hier noch Julias Buchempfehlung: „Dein Kind isst besser, als du denkst!“ von Katharina Fantl und Julia Litschko.
Hör rein in den ersten Teil dieses spannenden Interviews!





Fokus weg vom Essverhalten
 

Der meist gut gemeinte Fokus aufs Essverhalten des Kindes kann leider oft genau das Gegenteil bewirken. Statt gesundem Verhalten sind oft Unfreiheit, Kompensationsmechanismen, Verweigerung etc. die Folge. Julia empfiehlt daher vor allem bei schon bestehenden oder beginnenden Problemen mit dem Essen, den Fokus komplett vom Essen wegzulenken und möglichst neutral an das Thema heranzugehen. Kommentare zum Essen und zum Körper sollte man, wenn möglich, vollkommen unterlassen und dem Kind vor allem einen freien, natürlichen Zugang zum Essen vorleben.

 

Kinder haben andere „Essensbedürfnisse“ als Erwachsene
 

Wichtig ist dabei auch, dass Kinder und auch Jugendliche ganz andere Bedürfnisse haben, wenn es ums Essen geht, als Erwachsene. Bei Kindern ist der Magen im Verhältnis kleiner, sie müssen also öfter essen, brauchen schneller zur Verfügung stehende Energie etc. Und auch Jugendliche haben durch das Wachstum einen anderen Bedarf als Erwachsene. Sehr wenige Mahlzeiten oder strenge Regeln sind hier zum Beispiel kontraproduktiv. Viele Kohlenhydrate können aber beispielsweise genau das Richtige sein. Die unzähligen Ernährungsregeln, nach denen sich Erwachsene oft zu richten versuchen, können aber nie 1:1 auf Kinder und Jugendliche übertragen werden. Das Verständnis für den Unterschied kann aber schon ein erster hilfreicher Schritt in Richtung Vertrauen und Verhaltensänderung sein.

 

 

Vertrauen wieder lernen

 

Denn ganz essenziell ist es, Kindern/Jugendlichen wieder mehr Vertrauen entgegenzubringen, wenn es ums Essen geht. Man kann sich als Erwachsener zum Beispiel überlegen, welchen Zugang zum Essen man sich für sein Kind auf lange Sicht wünscht. Möchte man dem Kind wirklich vermitteln, dass es immer nur mit schlechtem Gewissen Süßes essen darf? Oder wünscht man sich für das Kind auch später ein Leben, in dem es einen freien, intuitiven und wohltuenden Zugang zum Essen hat? Man kann sich auch fragen, wie die eigenen Verhaltensweisen die des Kindes beeinflussen. Hat man selbst Vertrauen in seinen Körper und seine Essensentscheidungen? Wie ist man selbst geprägt worden, wenn es um dieses Thema geht? Denn ganz häufig wird ganz bewusst mit den Eltern gearbeitet, wenn es um das Essverhalten von Kindern geht. Auch wenn es schwer ist, lohnt es sich also, sich als Eltern oder auch schon als werdende Eltern ganz bestimmte Fragen zu stellen und genauer hinzuschauen, wie es um das eigene Ernährungsverhalten und -Mindset steht. Auch dabei wird man schnell auf fehlendes Vertrauen stoßen. Doch auch wenn es Mut braucht, um genauer hinzuschauen und vor allem auch, um sich Vertrauen und Intuition, wenn´s ums Essen geht, wieder zuzutrauen, kann man sich vielleicht für seine Kinder eher drübertrauen, als „nur“ für sich selbst.

 

 

 

 

 

Buchempfehlung: „Dein Kind isst besser, als du denkst!“ von Katharina Fantl und Julia Litschko

 

Julias Website: https://www.essen-trinken-leben.at/

  

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Der natürliche Ernährungskompass von Kindern

Kinder haben meist eine sehr gesunde, natürliche und ungezwungene, ja oft spielerische, Herangehensweise ans Essen. Sie essen, wenn sie Hunger haben, und hören auf zu essen, wenn sie satt sind. Der intuitive Zugang zum Essen, oft auch Ernährungskompass genannt, ist intakt. Dennoch gibt es mehr und mehr Kinder und Jugendliche, die Probleme mit dem Essen und ihrem Körper haben. Julia erwähnt im Interview, dass sich die Rate der an Essstörungen leidenden Kinder und Jugendlichen gerade in den letzten Jahren signifikant erhöht hat. Denn während die meisten von uns mit natürlichem Hunger- und Sättigungsgefühl geboren werden, verlernen leider auch die meisten von uns im Laufe des Heranwachsens diesen freien Zugang wieder. Oft übernimmt man stattdessen sehr problematische, und im Extremfall eben auch krankmachende, Verhaltensweisen vom Umfeld bzw. können diese Verhaltensweisen Reaktionen auf das Umfeld sein.








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