Ernährungsfreiheit, Glaubenssätze, Transformation, Diätmentalität
23. Juli 2025
Podcast 85 | Wenn Ernährung zur Identität wird und wie wir wieder frei werden
Wenn Ernährung zur Identität wird und wie wir wieder frei werden
Ernährung kann vieles sein und bedeutet bei aller Gemeinsamkeit doch für jeden Menschen ein bisschen etwas Anderes. Aber was passiert, wenn die eigene Identität nicht mehr von einer bestimmten Ernährungsform zu trennen ist? Was wenn man sich komplett mit seiner Ernährungsweise identifiziert? Genau darüber sprechen wir heute! Es gibt natürlich viele Formen der Identifikation, wobei bei weitem nicht alle davon einschränkend sind. Wir widmen uns der Art der Identifikation mit Ernährung, die sich eher negativ auf das Wohlbefinden auswirkt und besprechen 7 Punkte, die meist damit einhergehen. Wenn dich das Thema interessiert und du bei dir selbst oder anderen diese übermäßigen Identifikationstendenzen bemerkst, hör rein und erlange wieder ein Stück mehr Freiheit! Und hier geht es zu deiner Transformation: https://www.nourishyoursoul.at/product-page/workbook
1. Starke emotionale Reaktionen auf „abweichendes“ Essverhalten
Ein ganz klares Zeichen, dass man eher eingeschränkt und unfrei mit dem Thema Essen umgeht, ist es, wenn man sehr stark auf Abweichungen reagiert. Oft genügen Kleinigkeiten. Man kommt zum Beispiel drauf, dass ein Inhaltsstoff, den man sonst weglässt, im Essen enthalten war und reagiert mit Panik, Angst, Verzweiflung etc. Oft geht dies dann mit einem starken Kompensationsverhalten einher und man stellt noch mehr Regeln auf, die man künftig noch genauer befolgen „muss“.
2. Essen wird zur moralischen Kategorie
Damit hängt auch eine starke moralische Einteilung in „gut“ und „schlecht“ zusammen. Essen und Essverhalten wird ganz klar eingeteilt und nur die für „gut“ befundenen Dinge, darf man tun. Es gibt also ein Regelwerk, das zu befolgen ist. Manchmal fühlt man sich auch moralisch überlegen gegenüber all den Unwissenden, die „schlechtes Zeug“ in sich hineinstopfen etc.
3. Das Ernährungskonzept beeinflusst soziale Beziehungen
Da Essen eng mit gesellschaftlichen Dingen verbunden ist und auch per se trotz kulturellem Wandel immer noch sehr häufig in Gesellschaft stattfindet, kommt es bei starker Identifikation mit einem bestimmten Essverhalten oft zu sozialen Einbußen. Man bleibt zum Beispiel lieber daheim, als in ein bestimmtes Lokal zu gehen. Oder man zieht sich von gewissen Freundschaften oder Familienkontexten zurück, weil man dort nicht das Essen bekommt, das man gerade für richtig hält. Auf beiden Seiten entsteht dann meist große Unsicherheit, denn auch für Menschen, die einen freieren Zugang zum Essen haben, ist es dennoch immer auch ein emotionales Thema. Man weiß dann nicht, wie man über diese Dinge sprechen soll, ohne dass Gefühle beleidigt werden. Meist wird der soziale Kreis, in dem man sich bewegt, eher kleiner.
4. Verlust von Flexibilität
Außerdem verliert man durch zu starke Identifikation mit seiner Ernährungsform auch sehr viel an Flexibilität. Oft kann man dann eben nicht mehr überall hinfahren oder einfach so spontan was ausmachen.
5. Starkes Bedürfnis nach Kontrolle
Die Kontrolle zu behalten, wird oft zum übergeordneten Ziel, weil die Ernährungsform nur mit Kontrolle aufrechterhalten werden kann. Man hat oft Angst, dass man komplett zurückfällt oder alles aus dem Ruder gerät, wenn man auch nur ein bisschen lockerer wird.
6. Identifikation über ein Label
Es kann auch sein, dass Labels einen neuen Stellenwert bekommen. „Ich bin XY“. Oder „Ich ernähre mich nach Methode X“ wird dann sehr wichtig. Im Extremfall trifft man sich dann auch nur noch mit Seinesgleichen oder lehnt alles ab, was nicht der gewählten Ernährungs- und oft auch Lebensform entspricht. Der eigene Handlungsspielraum wird kleiner.
7. Verlust des Genusses
Aus den übrigen Punkten geht schon hervor, dass der Genuss – eine essenzielle Funktion von Essen – dann ganz oft viel zu kurz kommt oder gar keine Rolle mehr zu spielen scheint. Essen wird rein funktional oder eben identitätsstiftend betrachtet und jeglichen Genusses beraubt. Genuss wird vielleicht sogar generell als „schlecht“ angesehen und man verliert mit der Zeit auch viel Lebensfreude.
Natürlich handelt es sich hier, wie bei vielen Dingen, um ein Spektrum und der Identifikationsgrad spielt eine große Rolle. Auch der Umgang mit dem Thema als Ganzes: Gelingt es mir, meinen Zugang zu leben und alle anderen ihren Zugang leben zu lassen? Gibt es Überschneidungen? Wie locker/verkrampft bin ich? All dies und mehr ist wichtig. Aber es ist auch essenziell, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man das Gefühl hat, man kommt allein nicht mehr aus dem Identifikationskorsett, in das man hineingerutscht ist, heraus.

Ernährung hat individuell verschiedene Bedeutungen
Dass es beim Essen nicht ausschließlich ums Essen geht, ist vielen klar. Wie unterschiedlich die Bedeutung, die wir dem Essen in unserem Leben individuell beimessen, sein kann, wird jedoch meist eher dann deutlich, wenn gewisse Ansichten und Lebensweisen extrem auseinanderdriften. Vor allem, wenn man seine Ernährung umstellt, weil man zum Beispiel plötzlich etwas nicht mehr verträgt oder weil man etwas ändern möchte, kommt es zu Phasen intensivster Beschäftigung mit dem Thema. Bis zu einem gewissen Grad muss das auch so sein, denn Gewohnheiten zu durchbrechen und neue zu schaffen, braucht Einsatz und Energie. Was aber, wenn man beginnt, sich extrem mit einer Ernährungsform zu identifizieren? Wenn man einen freien und ungezwungenen Zugang zum Thema Essen komplett verliert und sich stattdessen extrem einschränkt und sich unter Umständen sogar deswegen isoliert? Folgende 7 Punkte können dabei helfen, eine zu starke Identifikation aufzudecken und im weiteren Schritt dann wieder einen freieren Umgang mit sich selbst und der gesamten Thematik zu erlangen.